Fluch und Segen: Die Kraft unserer Worte im Alltag (Teil 2/3)

Warum haben Worte so viel Macht über unser Leben?

Hast du schon einmal etwas gesagt und sofort gemerkt, dass es Wirkung hatte? Vielleicht ein hartes Wort, das eine Beziehung verletzt hat. Oder ein ermutigendes Wort, das jemandem neuen Mut gab. Worte sind nie neutral. Sie haben Kraft zum Leben oder zum Tod.

Die Bibel zeigt uns in Sprüche 18,21, dass Tod und Leben in der Zunge Gewalt stehen. Wer seine Zunge liebt, wird ihre Frucht essen. Das bedeutet: Deine Worte tragen Frucht, ob du willst oder nicht. Die gute Nachricht ist: Du kannst lernen, deine Zunge unter Gottes Kontrolle zu bringen und mit deinen Worten Segen freizusetzen.

Wenn du tiefer einsteigen willst, findest du hier die passende Podcastfolge. [Link]

Teil 1 mit dem Thema „Fluch und Segen: Was bedeuten sie wirklich?findest du hier


Die Zunge lenkt dein ganzes Leben

Jakobus vergleicht die Zunge mit einem kleinen Steuerruder, das die Richtung eines riesigen Schiffes bestimmt:

„Siehe, auch die Schiffe, die so groß und von heftigen Winden getrieben sind, werden durch ein sehr kleines Steuerruder gelenkt, wohin das Trachten des Steuermanns will. So ist auch die Zunge ein kleines Glied und rühmt sich großer Dinge.“
(Jakobus 3,4–5 SCH2000)

Deine Zunge ist wie das Steuerruder deines Lebens. Du bestimmst, wo deine Reise hingeht, durch das, was du sprichst. Deine Worte haben Kraft, Glauben zu stärken oder Zweifel zu säen, Frieden zu schaffen oder Streit zu entzünden. Mit derselben Zunge, mit der wir Gott loben, dürfen wir keine Menschen verletzen.

Jakobus sagt klar: „Aus demselben Mund geht Segen und Fluch hervor. Dies, meine Brüder, sollte nicht so sein!“ (Jakobus 3,10 SCH2000). Gott ruft uns zu einer neuen Art des Redens. Einer Art, die Leben bringt statt Tod, die aufbaut statt niederreißt.


Deine Worte offenbaren, was in deinem Herzen ist

Jesus macht in Matthäus 12 eine radikale Aussage über unsere Worte:

„Aus der Fülle des Herzens redet der Mund. Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens Gutes hervor, und der böse Mensch bringt Böses hervor.“
(Matthäus 12,34–35 SCH2000)

Deine Worte zeigen, was in deinem Herzen ist. Es gibt kein Zwischending. Entweder sind deine Worte gut oder böse. Worte, die man „nicht so meint“, nennt Jesus unnütze Worte. Und für jedes unnütze Wort, das wir sprechen, werden wir Rechenschaft ablegen müssen.

Das klingt ernst, und das ist es auch. Aber es zeigt uns auch: Gott nimmt unsere Worte ernst. Er weiß, dass sie geistliche Kraft haben. Darum sagt Jesus: „Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; was darüber hinausgeht, ist vom Bösen“ (Matthäus 5,37 SCH2000).

Wenn du Ja sagst, dann meine es. Wenn du Nein sagst, dann stehe dazu. Gott selbst steht zu jedem Wort, das Er spricht. So sollen auch wir es tun. Unsere Worte sollen verlässlich, klar und von Gnade geprägt sein.


Sieben Gefahren der Zunge, die du kennen solltest

Die Bibel warnt uns an vielen Stellen vor den Gefahren unserer Zunge.
Hier sind sieben biblische Warnungen, die uns helfen, bewusster zu sprechen:

1. Vielreden
„Bei vielen Worten bleibt Sünde nicht aus“ (Sprüche 10,19 SCH2000). Wer zu viel redet, verrät, was im Herzen ist. Weisheit zeigt sich oft im Schweigen. Manchmal ist es besser, innezuhalten und zu hören, statt sofort zu antworten.

2. Unnütze Worte
Sag nur, was du wirklich meinst. Worte, die du nicht ernst meinst, sind leer. Jesus nennt sie unnütz, und sie bringen keine Frucht. Deine Worte sollen Gewicht haben, Wahrheit tragen und Leben bringen.

3. Klatsch und Tratsch
„Wo kein Verleumder ist, kommt der Zank zur Ruhe“ (Sprüche 26,20 SCH2000). Wenn du Gerüchte weitergibst, gibst du Feuerholz in das Feuer des Streits. Lass dich nicht gebrauchen, Geschichten weiterzutragen. Rede lieber Worte, die heilen.

4. Lüge
„Ein Gräuel für den HERRN sind Lippen, die lügen“ (Sprüche 12,22 SCH2000). Der Teufel ist der Vater der Lüge (Johannes 8,44). Wenn wir bewusst Unwahrheit sprechen, öffnen wir ihm die Tür. Wahrheit aber bringt Freiheit. Jesus ist die Wahrheit, und wenn wir in Ihm bleiben, werden auch unsere Worte wahr sein.

5. Schmeichelei
„Ein Mann, der seinem Nächsten schmeichelt, breitet ein Fangnetz vor seinen Schritten aus“ (Sprüche 29,5 SCH2000). Wertschätzung ist gut, Schmeichelei ist gefährlich. Sie hat schon manchen vom richtigen Weg abgebracht. Sei ehrlich in deinem Lob und aufrichtig in deiner Zuneigung.

6. Überhastete Worte
„Siehst du einen Mann, der sich in seinen Worten überhastet, für einen Toren gibt es mehr Hoffnung als für ihn“ (Sprüche 29,20 SCH2000). Mose durfte das verheißene Land nicht betreten, weil er unbedacht redete (Psalm 106,33). Wenn wir gereizt sind, sagen wir oft Dinge, die wir später bereuen. Gott ruft uns zur Besonnenheit.

7. Negatives Reden
Worte wie „Ich kann das nicht“ oder „Ich werde nie gesund“ sind keine harmlosen Sätze. Sie setzen geistliche Grenzen. In 4. Mose 13 sahen die Kundschafter dasselbe Land, aber nur Josua und Kaleb sagten: „Wir schaffen das mit Gottes Hilfe.“ Die anderen zehn sprachen Niederlage und erlebten sie. Deine Worte tragen Frucht, ob du willst oder nicht. Darum wähle Leben!


Wie kannst du deine Zunge unter Gottes Kontrolle bringen?

Die gute Nachricht ist: Du bist nicht allein. Der Heilige Geist hilft dir, deine Worte zu heiligen. Hier sind vier praktische Schritte, wie du lernen kannst, mit deinen Worten Segen freizusetzen:

1. Prüfe deine Worte
Frage dich, bevor du etwas sagst: Baut das auf oder reißt es nieder? Ist es wahr, notwendig und liebevoll? Paulus sagt in Epheser 4,29: „Kein schlechtes Wort soll aus eurem Mund kommen, sondern nur eins, das gut ist zur Erbauung.“

2. Rede mit Gnade
„Euer Wort sei allezeit in Gnade, mit Salz gewürzt“ (Kolosser 4,6 SCH2000). Lass deine Worte wohltuend sein. Salz gibt Geschmack und bewahrt. So sollen auch deine Worte würzen und bewahren, nicht verletzen.

3. Sprich Leben
Segne, statt zu fluchen. Danke, statt zu klagen. Sprich Gottes Wahrheit über dein Leben. Wenn du in einer schwierigen Situation bist, sprich nicht das Problem aus, sondern die Verheißung. Das ist nicht positives Denken, sondern biblischer Glaube. In Römer 10,10 heißt es: „Mit dem Herzen glaubt man, und mit dem Mund bekennt man.“

4. Erneuere dein Herz
Was dein Herz füllt, wird dein Mund sprechen. Lass Gottes Wort dein Herz prägen. Lies die Bibel, bete, höre biblische Predigten. Je mehr du dich mit Gottes Gedanken füllst, desto mehr werden deine Worte Seine Gedanken widerspiegeln.


Die Gnade Jesu macht den Unterschied

Vielleicht denkst du jetzt: „Das ist zu schwer. Ich schaffe es nicht, meine Zunge zu kontrollieren.“ Jakobus sagt selbst, dass kein Mensch die Zunge zähmen kann (Jakobus 3,8). Aber das bedeutet nicht, dass du hilflos bist. Durch die Gnade Jesu und die Kraft des Heiligen Geistes kannst du lernen, anders zu reden.

Jesus hat am Kreuz nicht nur deine Sünden getragen, sondern auch die Macht der Sünde gebrochen. Du bist eine neue Schöpfung in Christus (2. Korinther 5,17). Das gilt auch für deine Worte. Du musst nicht mehr nach dem Fleisch reden, sondern kannst nach dem Geist reden. Das ist ein Prozess, aber es ist möglich.

In der griechischen Sprache des Neuen Testaments steht für „Wort“ oft das Wort Rhema. Das ist das gesprochene, wirksame Wort Gottes. Wenn du Gottes Wort aussprichst, setzt du geistliche Kraft frei. Das ist das Schwert des Geistes (Epheser 6,17). Deine Worte werden zu einer geistlichen Waffe gegen Zweifel, Angst und Lüge.


Persönliche Anwendung: Deine Worte im Alltag

Stell dir vor, du stehst morgens auf und fühlst dich schwach, müde oder entmutigt. In diesem Moment hast du die Wahl: Du kannst sagen „Ich bin so fertig, ich schaffe das nicht“ oder du kannst sagen „Ich bin stark in dem Herrn und in der Macht Seiner Stärke“ (Epheser 6,10).

Beide Aussagen haben Kraft. Die eine zieht dich runter, die andere richtet dich auf. Welche Frucht willst du ernten?

Hier ist ein einfaches Gebet, das du sprechen kannst:

Herr Jesus, ich danke Dir, dass Du mir eine Stimme gegeben hast und die Kraft, mit meinen Worten Leben zu schaffen. Vergib mir, wo ich negativ, lieblos oder unbedacht gesprochen habe. Reinige mein Herz, damit mein Mund Dich ehrt. Lehre mich, Worte des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe zu sprechen. Schenke mir Weisheit, wann ich reden und wann ich schweigen soll. Amen.


FAQ: Häufige Fragen zur Kraft der Worte

Wie kann ich lernen, negative Worte zu vermeiden?
Beginne, dein Herz mit Gottes Wort zu füllen. „Aus der Fülle des Herzens redet der Mund“ (Matthäus 12,34). Je mehr du die Bibel liest und betest, desto mehr werden deine Worte von Gottes Wahrheit geprägt. Bitte den Heiligen Geist, dir zu zeigen, wann du negativ redest, und ersetze negative Aussagen bewusst durch biblische Wahrheiten.

Was tue ich, wenn ich etwas Falsches gesagt habe?
Bekenne es vor Gott und, wenn nötig, vor der Person, die du verletzt hast. „Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit“ (1. Johannes 1,9 SCH2000). Gottes Gnade ist größer als dein Versagen. Lerne daraus und gehe weiter.


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