Fluch und Segen: Was bedeuten sie wirklich? (Teil 1 von 3)

Können auch Christen fluchen? Die Kraft unserer Worte

Du wachst auf, verschüttest direkt den Kaffee, verpasst die Bahn, und der erste Satz, der rausflutscht: „Typisch. Immer ich. Bei mir geht eh alles schief.“ Kennst du das?

Klingt harmlos. Aber was, wenn ich dir sage, dass genau solche Sätze mehr Kraft haben, als du ahnst? Sie bereiten dir nicht nur den Tag, sondern prägen oft dein ganzes Leben.

Viele Christen glauben, dass nur Hexen oder Satanisten Flüche aussprechen können. Sie sind sich nicht bewusst, dass sie oft mehrmals am Tag selbst Flüche und Segen aussprechen. Jeden Tag sprechen wir über unser Leben, unsere Familie, unsere Zukunft, oft ohne es zu merken.

In dieser dreiteiligen Serie bringen wir Licht in die Dunkelheit. Heute schauen wir uns an, was Fluch und Segen biblisch bedeuten und ob es das überhaupt gibt.

Wenn du tiefer einsteigen willst, findest du hier die passende Podcastfolge: Podcast-Link


Was ist ein Segen? Gottes aktive Zuwendung

Das hebräische Wort für Segen ist „barak“, ausgesprochen „ba-RACH“. Es bedeutet „segnen“, „preisen“, „zum Guten beugen“. Segen ist in der Bibel viel mehr als ein schöner Wunsch oder ein frommer Spruch. Es ist Gottes aktive, lebendige Zuwendung zu dir.

Wenn Gott segnet, geschieht etwas Konkretes. Leben bricht auf. Schutz umgibt dich. Fruchtbarkeit entsteht. Frieden zieht ein. Gnade überfließt. Segen ist wie ein schützender Mantel oder ein Sonnenstrahl, der auf dein Leben fällt und alles zum Wachstum bringt. Er bringt Geborgenheit, Sinn und echte Erfüllung.

Aber hier ist der entscheidende Punkt: Segen ist an Beziehung gebunden. Es ist kein Automatismus. Gott segnet nicht willkürlich. Er segnet, wenn wir uns an Ihn halten, Ihm vertrauen und Seinem Wort folgen.

Schau dir an, was Gott seinem Volk in 5. Mose 28,1-2 (Schlachter 2000) verspricht:

„Und es wird geschehen, wenn du der Stimme des HERRN, deines Gottes, eifrig gehorchst, dass du darauf achtest, alle seine Gebote zu tun, die ich dir heute gebiete, so wird dich der HERR, dein Gott, als Höchsten über alle Völker der Erde setzen. Und alle diese Segnungen werden über dich kommen und dich erreichen, wenn du der Stimme des HERRN, deines Gottes, gehorchst.“

Was für eine Verheißung! Gott will segnen. Er sucht nicht nach Gründen, dich zu bestrafen. Er sucht Gehorsam. Nicht aus Zwang, sondern weil Er weiß: Nur in Seiner Nähe bist du sicher.

Vielleicht denkst du jetzt: „Na toll. Aber ich mache dauernd Fehler. Wie kann ich Ihm gehorchen? So wie es ist, erhalte ich wohl keinen Segen.“ Weißt du, wir sind Menschen mit Fehlern. Das weiß Gott. Und Er verurteilt dich nicht. Gleich schauen wir uns an, wie Jesus den Weg frei gemacht hat. Aber lass uns erst verstehen, was das Gegenteil von Segen ist.


Was ist ein Fluch? Abgeschnitten vom Strom des Lebens

Das Gegenstück zum Segen ist der Fluch. Auch dieses Wort ist tief in der Bibel verankert. Das hebräische Wort „arar“ (אָרַר), ausgesprochen „a-RAR“, bedeutet „verfluchen“, „verdammen“, „verwünschen“.

Ein Fluch ist Gottes gerechte Reaktion auf Sünde und Abkehr. Gott muss so reagieren, denn Er ist heilig. Sünde hat keinen Platz in Seiner Heiligkeit. Ein Fluch ist wie ein Abgeschnittensein vom Strom des Lebens. Nicht, weil Gott uns hasst, sondern weil wir uns selbst aus Seiner Gnade herausstellen.

Hör dir an, was Gott in 5. Mose 28,15 (Schlachter 2000) sagt:

„Es wird aber geschehen, wenn du der Stimme des HERRN, deines Gottes, nicht gehorchst, dass du nicht darauf achtest, alle seine Gebote und Satzungen zu tun, die ich dir heute gebiete, so werden alle diese Flüche über dich kommen und dich treffen.“

Ein Fluch kann sich in vielen Formen zeigen: innere Leere, ständige Niederlagen, Angst, Beziehungszerbruch, Krankheit, geistliche Dürre. Aber es ist wichtig zu wissen: Gott lässt uns nie im Fluch zurück. Sein Ziel ist immer Umkehr, Wiederherstellung, Rettung.


Zwei biblische Beispiele: Segen und Fluch in Aktion

Beispiel 1: Der Segen Abrahams

In 1. Mose 12,2-3 (Schlachter 2000) lesen wir:

„Ich will dich zu einem großen Volk machen und will dich segnen und deinen Namen groß machen, und du sollst ein Segen sein! Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf der Erde!“

Abraham vertraute Gott. Und Gott segnete ihn über alle Maßen. Dieser Segen ging weiter über Generationen hinweg und schließlich auf uns durch Jesus Christus. Ein kraftvolles Bild dafür, wie Vertrauen und Gehorsam Segen freisetzen.

Beispiel 2: Der Fluch über Kanaan

In 1. Mose 9,25 (Schlachter 2000) lesen wir:

„Verflucht sei Kanaan! Ein Knecht der Knechte sei er seinen Brüdern!“

Nach der Verfehlung seines Vaters Ham wird Kanaan durch Noah verflucht. Dieser Fluch prägt seine Nachkommen und führt zu tragischen Entwicklungen. Und doch sehen wir später, wie Gottes Barmherzigkeit selbst Völkern im Fluch Wege zur Rettung anbietet.

Diese beiden Beispiele zeigen: Segen und Fluch sind real. Sie haben Konsequenzen, die über Generationen wirken können. Aber Gott hat nie das letzte Wort dem Fluch gegeben.


Was bedeutet das für uns heute? Christus hat den Fluch gebrochen

Wir leben in einer Welt, in der Segen und Fluch real sind. Nicht als Magie, sondern als geistliche Realität. Was wir glauben, wie wir leben, wem wir folgen, das beeinflusst, ob wir im Segen oder unter Fluch leben.

Aber Christus kam, um den Fluch zu brechen.

Galater 3,13 (Schlachter 2000):

„Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns geworden ist, denn es steht geschrieben: ‚Verflucht ist jeder, der am Holz hängt!'“

Am Kreuz fand ein göttlicher, rechtlicher Austausch statt:

✅ Jesus wurde, was wir waren (unter dem Fluch).
✅ Wir werden, was Er ist (unter Gottes Segen).

Das ist keine vage Hoffnung, sondern eine vollendete Tatsache des Neuen Bundes. Wir reagieren darauf mit Glaube und mit einem klaren, hörbaren Bekenntnis.

Epheser 1,3 (Schlachter 2000):

„Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jedem geistlichen Segen in den himmlischen Regionen in Christus.“

  1. Korinther 5,17 (Schlachter 2000):

„Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!“


Segen und Fluch: Unsere Stellung in Christus

Die Schrift lehrt Segen und Fluch (vgl. 5. Mose 28). In Christus ist der Anspruch des Fluches rechtlich aufgehoben. Dennoch können ererbte Muster (sogenannte „Generationsflüche“) oder selbst geöffnete Türen praktisch Einfluss haben, bis wir Buße tun und zu Gott umkehren.

Was sind solche geöffneten Türen? Zum Beispiel: Horrorfilme, Götzendienst, unreine oder bittere Worte, okkulte Praktiken. All das gibt dem Feind rechtlichen Zugang zu unserem Leben.

  1. Johannes 1,9 (Schlachter 2000):

„Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“

Zwei Pfeiler:

  • Grundlage: Christus hat die Flüche getragen (Galater 3,13).
  • Anwendung: Wir stellen uns unter Gottes Ordnung. Wir glauben, bekennen, widerrufen Lüge, vergeben und widerstehen dem Feind.

Jakobus 4,7 (Schlachter 2000):

„So unterwerft euch nun Gott! Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch.“

Lukas 10,19 (Schlachter 2000):

„Siehe, ich gebe euch die Vollmacht, auf Schlangen und Skorpione zu treten und über alle Kraft des Feindes; und nichts wird euch beschädigen.“


Praktische Anwendung: So lebst du im Segen

Schritt 1: Prüfe dein Herz

Lebst du in Gottes Willen? Gibt es bewusste Sünde oder Ungehorsam, der dich vom Segen abschneidet? Bitte den Heiligen Geist, dir zu zeigen, wo du umkehren darfst.

Schritt 2: Bringe es ans Licht

Bitte Gott um Vergebung. Brich mit alten Bindungen. Sage Nein zu Flüchen, die dich oder deine Familie betreffen. Sprich laut: „Im Namen Jesu widersage ich jedem Fluch über meinem Leben. Ich bin losgekauft durch das Blut Jesu.“

Schritt 3: Empfange Segen

Lade Jesus ein, dein Leben neu zu segnen. Sprich Segensworte über dich, deine Kinder, deine Zukunft. Lies Gottes Zusagen laut. Sprich Leben, nicht Tod.

Praktische Segens-Bekenntnisse, die du heute aussprechen kannst:

  • „Ich bin gesegnet mit jedem geistlichen Segen in Christus.“ (Epheser 1,3)
  • „Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ (Psalm 23,1)
  • „Ich bin eine neue Schöpfung in Christus. Das Alte ist vergangen.“ (2. Korinther 5,17)
  • „Kein Fluch hat Macht über mein Leben, denn Christus hat mich losgekauft.“ (Galater 3,13)

Ausblick: Der Mund als Vollstrecker des Bundes

Der rechtliche Austausch am Kreuz ist vollendet. Wir machen ihn wirksam, indem wir Gottes Bedingungen annehmen und Sein Wort bekennen. Genau hier spielt unsere Zunge eine Schlüsselrolle: Sie ist das Werkzeug, mit dem Segen oder Fluch „vollstreckt“ wird.

Sprüche 18,21 (Schlachter 2000):

„Tod und Leben sind in der Gewalt der Zunge, und wer sie liebt, wird ihre Frucht essen.“

In der nächsten Folge betrachten wir, wie Worte geistliche Realitäten freisetzen und wie du mit beständiger, gnadengetragener Proklamation eine neue Ernte in deinem Alltag säst.


Gebet

Vater im Himmel, ich danke Dir für Deinen Segen, für Deine Liebe, Deine Treue. Ich möchte unter Deinem Schutz leben. Wo ich vom Weg abgekommen bin, vergib mir. Wo ich unter einem Fluch stehe, erlöse mich. Durch das Blut Jesu ist der Fluch gebrochen. Ich nehme Deinen Segen an für mein Leben, meine Familie, meine Berufung. Führe mich auf Deinen Wegen. Amen.


FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Fluch und Segen

Können auch Christen unter einem Fluch stehen?

Rechtlich bist du in Christus vom Fluch befreit (Galater 3,13). Praktisch können aber alte Muster, unvergebene Sünde oder geöffnete Türen (z. B. durch okkulte Praktiken, Bitterkeit, Götzendienst) noch Einfluss haben. Die Lösung: Buße, Bekenntnis, Vergebung und bewusstes Bekennen deiner Stellung in Christus.

Wie kann ich wissen, ob ich unter Gottes Segen stehe?

Prüfe dein Leben anhand von Epheser 1,3 und 2. Korinther 5,17. Lebst du in einer lebendigen Beziehung zu Jesus? Bekennst du Sein Wort? Dann bist du gesegnet, auch wenn die Umstände noch nicht danach aussehen. Glaube ist die Überzeugung von Dingen, die man nicht sieht (Hebräer 11,1).


Möchtest du mehr über die Kraft deiner Worte erfahren? In Teil 2 dieser Serie schauen wir uns an, wie deine Zunge Segen oder Fluch freisetzt und wie du anfangen kannst, Leben zu sprechen.

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Shalom und bleib gesegnet!
Deine Claudia von Hoffnungsschmiede777

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